Erwachsene mit ADHS - Wie ein Heppenheimer anderen Betroffenen hilft
Immer mehr Menschen erhalten die Diagnose ADHS, auch in den Sozialen Medien erfährt das Thema einen Hype. Eine Lebenskrise ging der Diagnose von Jan Böttger voraus – heute will er Betroffenen an der Bergstraße helfen und weiß: „ADHS bei Erwachsenen ist kein Modetrend“.

Heppenheim/Bergstraße. "Du hast das auch? Das haben ja jetzt alle!". Meike* hat gerade mit ihrer Mutter telefoniert, die 48-Jährige wollte ihr erzählen, dass sie endlich eine Erklärung hat, warum sie so ist, wie sie ist. Warum bei ihr scheinbar nichts "normal" funktioniert. Und nie funktioniert hat. Weder in der Schule, noch im Beruf und auch nicht im Privatleben. "Du warst schon als Kleinkind schwierig", behauptet die Mutter. Aber ADHS? "Das ist doch eine Mode, das haben doch jetzt alle. Und warst du nicht bis vor kurzem hochsensibel?" Dass die Diagnose für Meike nicht nur eine Erklärung, sondern eine Erleichterung ist, eine Last, die plötzlich von den Schultern fällt, kann ihr Umfeld nicht nachvollziehen. Auch deshalb zögert die zweifache Mutter, die mit ihrer Familie an der Bergstraße lebt, die Diagnose bei ihrem Arbeitgeber offenzulegen. Was, wenn sie plötzlich auch im beruflichen Umfeld nicht nur als schwierig und launisch, sondern plötzlich auch als behindert gilt?