Achtung, Giftköder Fake-Meldung
Schriesheim, 19.07.2019
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19.07.2019 05:10
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Leserbrief
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Schriesheim. Es ist mit großer Sicherheit eine Falschmeldung, die aktuell Hundebesitzer in Schriesheim, Dossenheim und Leutershausen in Panik versetzt, schon hundertfach über das soziale Netzwerk Facebook verbreitet wurde und auch von einer Leserin auf der wnoz-Facebook-Seite gepostet.



Die Meldung liest sich im Wortlaut so:

„Weitergeleitet, wichtig für alle Hundebesitzer!!!! Hallo liebe Diana -WICHTIG !!!! Leon, der hier im Haus wohnt, hatte gestern mit der Feuerwehr Übungen an versch. Plätzen am Wald und in den Weinbergen in Schriesheim u Umgebung - Richtung Leutershausen u auch Richtung Dossenheim. Sie haben überall Giftköder gefunden. Eine Meldung ging gestern schon an Polizei u Stadt Schriesheim. Foto von Leon hänge ich an, es ist mit blauem Gift gefülltes Fleisch u. Reis mit Schnur umwickelt, da hat jemand ganz bewusst Giftköder 'gebastelt'. Leon sagte, da lagen überall verteilt solche 'Päckchen' !!!“ 

Ursprünglich wurde die Nachricht vermutlich über WhatsApp verbreitet. Eine Leserin hat uns einen entsprechenden Screenshot ihres Telefons geschickt.

Tatsache ist: Weder wurde die Polizei informiert, noch die Stadt Schriesheim. Die Nachfrage bei den Feuerwehren in Schriesheim und Hirschberg hat außerdem ergeben, dass keineswegs während einer Übung Giftköder gefunden wurden. 

Hätte ein Feuerwehrmann während einer Übung tatsächlich „überall Giftköder“ gefunden, dann hätte er darüber ganz sicher die Polizei informiert. Und dann hätte die Polizei umgehend die Öffentlichkeit informiert, wie ein Vorfall aus Edingen beweist.

Am 17. Juli hat die Polizei Mannheim folgende Pressemitteilung veröffentlicht: 

„Ein bislang Unbekannter hat am Mittwochmorgen in Edingen-Neckarhausen Köder aus Hackfleisch ausgelegt. Der für Hunde vermeintliche Leckerbissen ist allerdings mit blauem Granulat gefüllt!

Mehrere Spaziergänger wurden im Laufe des Tages in der Robert-Walter-Straße und dem Starenweg auf die Köder aufmerksam und informierten die Polizei. Der vermeintliche giftige Inhalt der golfballgroßen Fleischbällchen kann bislang nicht bestimmt werden. Bislang sind keine Tiere betroffen. Vom Täter fehlt jede Spur.

Wir bitten Hundebesitzer im genannten Bereich wachsam zu sein und darauf zu achten, dass Ihr Hund nicht unkontrolliert Nahrung aufnimmt. Bei Verhaltensauffälligkeiten des Hundes oder bei Auftreten von Vergiftungserscheinungen sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Zeugen oder Hinweisgeber, werden gebeten, sich bei den Beamten des Polizeireviers Ladenburg unter 06203 93050 zu melden.“

In diesem Fall haben insgesamt drei Spaziergänger also tatsächlich die Polizei informiert und „die Kollegen waren vor Ort und haben sich das angesehen“, sagt die Polizeipressestelle auf Nachfrage. 

Im Fall „Schriesheim, Leutershausen und Dossenheim“ versucht vermutlich jemand, mit einer Falschmeldung, Hundebesitzern Angst einzujagen. Und diese Masche ist nicht neu. Immer wieder geistern Falschmeldungen zu den absurdesten Themen durch soziale Netzwerke, teilweise jahrelang. Mal ist die Rede von Altkleidersammlern, die angeblich Katzen stehlen, mal sind es weiße Lieferwagen, die reihenweise Schulkinder klauen. 

Übrigens, das Schlimme an solchen Falschmeldungen ist nicht nur, dass überflüssigerweise Panik verbreitet wird, sondern dass es umso schwieriger wird, echte Meldungen von Falschmeldungen zu unterscheiden. shy

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19.07.2019 05:10
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